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Bericht über die Studienfahrt nach Amsterdam

Am Montag ging es mit dem Bus los und nach einer Stunde Stau, Herrn Bolzes Begeisterung, dass Schüler eine Brückenträgerkonstruktion mit einer Sinuskurve verglichen und dem Ohrwurm von „Orange trägt nur die Müllabfuhr“ kamen wir nach insgesamt sieben Stunden an. Die nachfolgende Umgebungserkundung führte durch den Oosterpark und endete auf dem Dappermarkt bei Lidl, Dönerimbiss und Co.

Am Dienstag ging es los zu unserem ersten Programmpunkt: der Radtour. In drei Gruppen aufgeteilt, steuerten wir größtenteils die gleichen Ziele an. Als erstes wurde uns eine berühmte Brücke gezeigt, die schon Kulisse für „James Bond –Diamantenfieber“ war. Als nächstes fuhren wir zum Rijksmuseum und Museumsplatz, um Selfies machen. Weitere Stationen wie der Vondelpark, das kleinste Haus Amsterdams, das Rotlichtviertel und Chinatown führten uns vor Augen: erstens, Amsterdam war früher Moor, zweitens, Amsterdam ist multikulturell und drittens, die Horden von Fahrradfahrern sind für Fußgänger manchmal ein Albtraum.

Nach einer einstündigen Mittagspause besuchten wir das Rijksmuseum. Besonders interessant – und vor allem bekannt – waren die Nachtwache von Rembrandt und ein Selbstportrait von Van Gogh. Daneben gab es auch Skulpturen, Kunstgegenstände und Waffen zu bestaunen. Für manch einen war es 90 Minuten langweilige Kunst betrachten, andere wären gerne noch bis zum nächsten Tag dort geblieben. Nach dem Rijksmuseum haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt.

Im Amsterdammuseum wurde der einen Gruppe eine multimediale Aufbereitung der Stadtgeschichte durch alle Zeiten geboten. Mithilfe eines Audioguides hörten wir uns zu den Bildern Erzählungen an und zu den Videos gab es deutschen Ton. Das Amsterdammuseum war informativ, wenn auch etwas oberflächlich gehalten.

Das Sightseeing-Ziel der anderen Gruppe war das Nemo-Science-Museum. Dort erklommen wir die 76 breiten Stufen, die Teil der sehr großen Dachterrasse waren. Dort genossen wir zunächst den Ausblick über das Hafenbecken und die Stadt, der durch die durchbrechende Sonne noch schöner wurde. Dieser nun ausgesetzt und durstig, schickten wir Peer und Jannes los, beim nächsten Supermarkt Wasser zu holen.

Währenddessen schossen die anderen Fotos von sich oder von der Aussicht. Nachdem die beiden Getränkeholer wieder da waren, teilte sich die Gruppe ein weiteres Mal. Diesmal waren die Ziele Hostel, Shoppingmeile und Restaurant.

 

Mittwoch – Ein Tag im Zeichen deutscher Geschichte.

Man mag sich nun fragen: Wieso deutsche Geschichte? Amsterdam liegt doch in den Niederlanden? Die Antwort gibt eine Tote – eine Ermordete.

„Das Hinterhaus“ ist der beeindruckenste und stillste Teil des Anne-Frank-Hauses. Die sonst so gesprächigen Audioguides schweigen, ebenso wie ihre Träger. Die Blicke sind auf die Relikte einer jüdischen Familie gerichtet – einer toten jüdischen Familie, deren Überbleibsel von einer heimlichen, angsterfüllten Existenz im Verborgenen berichten – stumm – ebenso wie wir, als wir aus dem „Hinterhaus“ treten. Doch die Audioguides beginnen wieder zu reden, erzählen von Annes Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Sie hat es geschafft. Vor uns liegen die Originale. Sie hatte eine schöne Schrift. Schulmeisterlich geschwungen. Ihre originalen Worte verstehen wir nicht, es ist niederländisch. Ihre Botschaft aber versteht jeder – Hoffnung wird bis zuletzt geträumt, selbst wenn du kein Leben, ja bald nicht mal mehr eine Existenz hast.

Nach dieser erschütternden Belehrung über die Menschlichkeit des Menschen folgte eine Pause vor dem Museum. Danach stand eine weitere Pause auf dem Programm, nur nannte diese sich „Grachtenfahrt“. Die Ohren offen oder auch zu, die Augen offen oder auch zu schipperten wir in einem langgestreckten Tourismusboot durch die tiefen Grachten und ließen uns vom Englisch des Fahrtleiters und vom Deutsch der Audioanlagen – manchmal zeitgleich – informieren. Oder man beschäftigte sich alternativ mit dem Demontieren von Einmalkopfhörerbilligtechnik und Snapchat.

Aber auch die schönste Schifffahrt geht einmal zu Ende und da standen wir nun, zusammengedrängt am Anlieger unter diesig grauem Himmel, die Freizeit erwartend. Schon bald gingen die Gruppen ihrer Wege. – Wohin? Nun, shoppen, Sightseeing und es gab sogar Gemunkel über ein Sexmuseum...

Am Donnerstag ging es für uns in drei verschiedene Richtungen: Für die einen wurde es tierisch – und mikrobiell. Denn neben dem riesigen Artis Zoo mitten in Amsterdam, in welchem es von ein paar Zentimetern bis zu einigen Metern ging, besuchten wir auch Größenordnungen von nur wenigen Mikrometern – mit dem bloßen Auge nicht sichtbar – im weltweit ersten „Mikrobenzoo“. Demnach sahen wir nicht nur Elefant, Giraffe und Pinguin, sondern auch das possierliche Bärtierchen – natürlich nur mithilfe eines Mikroskops. Umflattert von bunten, zum Teil handgroßen Schmetterlingen, angelächelt von tiefenentspannten Echsen und fasziniert von farbenfrohen Tropenvögeln vergingen die über sieben Stunden Besuchszeit wie im Flug, nicht ohne etwas gelernt zu haben und sei es nur, dass Amsterdam „Heimat von 835000 Menschen und einer Gazillion Mikroben“ ist.

Die zweite Gruppe, dreizehn Wetterfeste, fuhren mit der Tram zum Bahnhof – Ziel: Die Nordsee. Unser Zug Richtung Zandvoort fuhr um halb zehn ab und kam kurz nach zehn an besagtem Ort an, von wo aus wir unsere Ortserkundung starteten.

Ein paar gingen den Strand und die Promenade erkunden, der Rest setzte sich in ein nettes Café oder schaute sich den Ort an. Das Wetter war in Ordnung, wobei uns der Wind die ganze Zeit daran erinnerte, dass wir an der kalten Nordsee waren. Nach gut zwei Stunden war unser Ausflug auch schon wieder vorbei, da der Zug zur Rückfahrt um 13 Uhr abfuhr. Gegen halb zwei waren wir dann wieder am Hauptbahnhof Amsterdams angekommen und hatten den Rest des Tages bis zum Abend frei.

Die dritte Gruppe hatte sich für den Besuch der Körperwelten-Ausstellung und anschließend des Van-Gogh-Museums entschieden. Es war ziemlich eindrucksvoll, den menschlichen Körper von einer anderen Seite zu sehen. Das Motto hieß „The Happiness Project“, das heißt, dass zwischendurch immer wieder Fakten über das Glück im direkten Bezug auf den Körper erläutert wurden, was äußerst spannend war.

Als wir gegen Mittag mit den Körperwelten fertig waren, trat allerdings ein Problem auf bezüglich des Van-Gogh-Museums. Man hätte die Tickets online kaufen müssen! Nach langem Diskutieren und Versuchen schafften wir es endlich, dies für die meisten Teilnehmer nachzuholen. Im Van-Gogh-Museum waren sowohl Van Goghs eigene Werke als auch die Werke anderer, mit ihm befreundeter, Künstler zu bestaunen. Die restlichen sind in das Moco-Museum gegangen, was direkt neben dem Van-Gogh-Museum liegt und in dem moderne Kunst ausgestellt ist.

An unserem letzten Abend nun gingen wir gemeinsam in unseren Seminarfächern essen, die einen orientalisch, die anderen italienisch. Etwas wehmütig ging es am nächsten Tag nach Hause, um einige tolle Erfahrungen reicher und fassungslos, dass dies unsere letzte Klassenfahrt war.

 

 

 

   
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